Rosi

Liebe Gäste,

Während ich über diese Worte nachdenke, liebe Gäste, spaziere ich auf einem meiner Lieblingswanderwege hier oben auf 1180 Meter: auf dem Geigenweg. In einer ruhigen Minute findet man mich hier – dann spaziere ich durch die Wälder und über die satten Wiesen- mit Blick auf die schneebedeckten Berge. Ich bin ein Naturmensch, das kann ich sagen. Ich schöpfe meine Kraft aus den Bergen, sie wirken beruhigend auf mich. Und der Blick auf die Stadt unter uns – vor allem abends mit den vielen Lichtern - ist wunderschön.

Mein Herz schlägt für Kitzbühel.

Es ist für mich „der schönste Platz“.

Ich habe keine wirkliche Sehnsucht in die Stadt , die Menschen kommen eh alle zu mir rauf, weil sie die Natur und die Idylle hier oben zu schätzen wissen, das freut mich sehr. Doch auch bei uns gibt es ab und an Änderungen. Gerade im letzten Jahr hat sich viel getan bei uns auf dem Sonnberg.

Unser altes Bauernhaus musste einem lang geplanten Skilift weichen - dem Bichlalmlift. Es ist ein Stück Herzblut, das mir genommen wurde, aber es ist auch gut so. Im Leben braucht es Veränderungen. Und ich habe ja auch noch meine Erinnerungen an mein Elternhaus - ein wunderschönes altes Bauernhaus, gebaut 1937, über Jahrzehnte Heimat von mir, meinem Bruder Hansi und meinen Eltern Carolin und Alois Koidl.

Ich denke gerne an unsere alten Zeiten. Die vielen Erlebnisse gehen mir einfach ans Herz. Ich sehe mich noch heute als kleines Mädchen – inmitten dieser herrlichen Natur. Unser schöner Apfelbaum vor dem Haus, die Eltern, wie sie gemeinsam mit mir auf der Terrasse musizieren. Vor der Schule mussten wir immer in den Stall und beim Melken der Kühe und Füttern der Schweine helfen. Es waren schöne und schwere Zeiten. Wir hatten wenig, aber wir waren einfach zufrieden.

Seit ich denken kann, hatte ich mit Gästen zu tun.

„I mog die Leit“- das habe ich schon als kleines Mädchen gemerkt, als die ersten Hausgäste bei meinen Eltern über Nacht waren. Ich liebe meine Gäste einfach- damals wie heute und erinnere mich an meine nicht immer leichten Anfangszeiten mit meiner Pension. Meinem Vater Alois habe ich es im Übrigen zu verdanken, dass ich genau hier auf dem Sonnberg mein Gasthaus gebaut habe. Er sprach damals schon von diesem „b `sonderen Platz `l“. Und ich kann sagen, dass es das wirklich ist.